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Hydraulischer Abgleich Förderung

Der hydraulische Abgleich von heizungsrohrnetzen im Bestand.

 
Ich bin schon seit Jahren ein Verfechter des hydraulischen Abgleichs. Was verbessert sich nach dem hydraulischen Abgleich denn nun? Die folgenden Punkte sollen die Verbesserungen beschreiben.
  • Die Heizköper werden alle mit der erforderlichen Wassermenge versorgt, die sie benötigen um den Räumen die erforderliche Wärme zuzuführen. Die Räume werden nicht mehr überheizt und die entstehende Wärme nicht weggelüftet.
     
  • Die Pumpenleistung der Heizkreispumpe wird nach den Berechnungen eingestellt und die Pumpe verbraucht nun nicht mehr so viel Strom. Eine eventuell vorhandene Zirkulationspumpe sollte natürlich ebenfalls korrekt eingestellt sein.
     
  • Wenn vorher Fließgeräusche vorhanden waren, sind dieser nach einem hydraulischen Abgleich für gewöhnlich nicht mehr vorhanden.
     
  • Eine Einsparung an Endenergie. Wie groß die Einsparung sein kann, dazu weiter unten mehr.
Trotz dieser Vorteile stelle ich bis heute fest, dass die Akzeptanz beim Kunden gering ist. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.
Was ich in meinen Kundengesprächen an Argumenten gegen den hydraulischen Abgleich zu hören bekomme kann man so wiedergeben:

  1. Zu teuer!
  2. Ich habe im Internet gelesen, dass kostet nur und bringt keine Energieeinsparung.
  3. Mein Heizungsbauer hat gesagt, dass ist alles Quatsch.
  4. Der Aufwand ist zu groß.
Bedenklich fand ich die Aussage eines Kunden, der von keinem Heizungsbauer die Auskunft bekam, dass der hydraulische Abgleich sinnvoll ist, geschweige denn irgendeine Energieeinsparung bringen würde. Es gibt natürlich auch Heizungsbauer die diese Arbeiten unaufgefordert und gut durchführen. Ich kann schon einmal vorwegnehmen, dass ich mit denen von mir, zum hydraulischen Abgleich durchgeführten Berechnungen, noch nie irgendwelche Probleme hatte. Natürlich kommt von einigen Kunden die Aussage der ein oder andere Heizkörper hätte nun Strömungsgeräusche, dazu aber später mehr. Nun wird Durchführung des hydraulischen Abgleichs seit kurzen intensiver gefördert. Hier ist das neue Programm der BAFA zu nennen, dass eine Heizungsoptimierung bei Bestandanlagen mit bis zu 30% der Netto Kosten fördert, aktuelle Konditionen und Details entnehmen Sie bitte der Seite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Bitte beachten Sie, das auf Zuschüsse kein rechtlicher Anspruch besteht. Bitte lesen Sie die Programmbedingungen sorgfältig durch.
Links zum Programm:

http://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Heizungsoptimierung/heizungsoptimierung_node.html

Ich möchte den Ablauf eines hydraulischen Abgleichs, anhand eines von mir kürzlich begleiteten Objektes in groben Schritten wiedergeben.

Projekt: Es handelt sich um den Einbau einer neuen Gas-Brennwertheizung mit einer solaren Unterstützung der Brauchwassererwärmung. Angemerkt werden muss hier, dass ein Programm der KfW genutzt wurde und der hydraulische Abgleich in diesem Fall durchgeführt werden musste. Bei dem Gebäude handelt es sich um eine Doppelhaushälfte aus den 50er Jahren, das Dach wurde schon gedämmt und bei den Fenstern handelt es sich um Kunststofffenster mit Isolierverglasung. Ansonsten befindet sich das Gebäude noch im Original Zustand. Am Gebäude waren keine offensichtlichen Schäden erkennbar.

  1. Der Kunde nahm mit mir Kontakt auf, die vorhandene Heizung sei in die Jahre gekommen, aber von den Abgaswerten her noch OK. Es handelte sich um einen Niedertemperaturkessel als Bodenstehender Gaskessel. Die Leistung der Heizung betrug 13 KW und war damit nicht sonderlich überdimensioniert. Der Keller war in diesem Fall ebenfalls beheizt. Im Erdgeschoss ist das Gebäude in allen Räumen, bis auf das WC, mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Im Obergeschoss sind Heizkörper vorhanden. Nachfolgend die Bilder der Heizung zum Ortstermin.
     
  2. Nachdem ich vom Kunden die verfügbaren Pläne zur Verfügung gestellt bekommen habe, die von mir ergänzt wurden, habe ich mich an die Arbeit gemacht und mit den Berechnungen begonnen. Für die Berechnung des hydraulischen Abgleichs kommen zwei Verfahren in Frage. Man Unterscheidet zwischen Verfahren A und B. Beim Verfahren A wird die Heizlast über die Wohnfläche bestimmt. Das heißt, man schätzt die Heizlast pro m² oder bedient sich Tabellen wo die Heizlast der verschiedenen Gebäudearten nach Alter aufgeführt sind. Ich möchte nicht näher auf dieses Verfahren eingehen, da ich dieses ablehne und auch nicht anbiete. Beim Verfahren B wird das Gebäude detailliert aufgenommen. Ich bilde das Gebäude im 3D Modellverfahren ab, wobei ich, wenn möglich die Bauteile vor Ort genau erfasse. Bei dieser Methode wird auch das Gebäudevolumen ermittelt. Auch die Lüftungswärmeverluste werden berücksichtigt. Nach Übergabe des Gebäudemodells erhält man auch die Heizlast die zur Bestimmung der neuen Heizung benötigt wird. Diese Daten sind wesentlich belastbarer als die nach Verfahren A.
     
  3. Währen der Aufnahme der Gebäudedaten, habe ich auch die vorhandenen Heizkörper detailliert aufgenommen. Die Abstände der Fußbodenheizung sind natürlich nicht ganz einfach zu bestimmen. Ich benutzte ein Smartphone, dass über die Möglichkeit verfügt ein Wärmebild darzustellen. Dies ist zur Bestimmung des Abstandes absolut ausreichend. Zu erwähnen ist noch, dass hier zwei Heizkreise vorhanden sind. Nach Eingabe der Daten in eine geeignete Software, wobei noch das gewünschte Ventil, die vorhandene Pumpe und weitere Daten berücksichtigt werden müssen, berechnet das Programm die nötigen Einstellungen. Probleme kann es geben, wenn ein Heizkörper die Leistung für einen Raum nicht zur Verfügung stellen kann, da er zu klein Dimensioniert wurde. Das Problem was sich daraus ergibt ist, dass dieser Heizkörper mit zu hohen Temperaturen betrieben werden muss um den Raum auf die gewünschte Temperatur zu erwärmen. Ein Brennwertbetrieb ist nur sichergestellt, wenn die Rücklauftemperatur in der Summe kleiner 57°C (Gas) ist. Denn dieser Tatsache ist ausschlaggebend für die sich einstellende Vorlauftemperatur. Im Anschluss wurde dann die neue Heizung eingebaut und die Heizkörper und der Verteiler der Fußbodenheizung mit den entsprechenden Ventilen ausgestattet.
     
  4. Die Heizlast des Gebäudes lag bei ca. 12 kW (Keller beheizt). Moderne Brennwertgerät bieten die Möglichkeit die Leistung zu drosseln. Hier wurde die Heizleistung von Heizungsbauer zunächst auf 10 kW gedrosselt. Es ist zu vermeiden, dass Brennwertgeräte takten. Das Gerät ist so einzustellen, dass ausreichende Laufzeiten pro Brennerstart erreicht werden. Um zu prüfen, wie lange die Heizung pro Brennerstart läuft, installiere ich Datenlogger an den Vor- und Rückläufen. Das Datenblatt mit den Brennerstarts bei einer gedrosselten Leistung von 10 KW sah wie folgt aus! Es wurden ca. 43 Brennerstarts ausgelesen. Dies bei einer durchschnittlichen Brennerlaufzeit von 6 Minuten. (Hinweis: Der Schornsteinfeger erfasst die Werte, nachdem er die Heizung in den Schornsteinfegermodus versetzt hat und eine gewisse Abgastemperatur erreicht ist. Diese wird nach ungefähr 6 Minuten erreicht. Somit sollte die Brennerlaufzeit deutlich über 6 Minuten liegen!
     
  5. Im nächsten Schritt wurde die Leistung auf 8 kW gedrosselt. Es zeigt sich schon ein erfreulicheres Bild der Brennerstarts und Laufzeiten. Die Brennerstarts lagen bei 5-6 pro Tag. Die Laufzeit betrug fast immer mehr als 2 Stunden. Mit diesen Einstellungen wird die Anlage zurzeit betrieben.
Auch hier machte der Heizkörper im EG-WC Geräusche. Diese konnten aber durch eine Anpassung der Pumpenleistung beseitigt werden.

Preisliste für die Berechnung der Heizlast und des hydraulischen Abgleichs


Achtung: Berechnung des hydraulischen Abgleiches nur nach Verfahren B
Berechnung der Heizlast nach DIN EN 12831 bei vorhandenen Plänen  214,20 €
Berechnung der Heizlast nach DIN EN 12831 bei notwendigem Aufmaß des Gebäudes  303,45 €
Auslegung von Heizkörpern im Bestand beim vorliegen der Heizlast    15,47 €/Stück
Auslegung von Fußbodenheizung im Bestand beim vorliegen der Heizlast      8,33 €/m²
die Durchführung der Berechnungen zum hydraulischen Abgleich erfolgt nach den Fachregeln „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand“. Diese sind kostenlos erhältlich unter www.vdzev.de. Die Berechnungen werden von mir grundsätzlich nach Verfahren B durchgeführt. Raumweise Heizlast muss vorliegen!  119,00 €
Preis incl. MwSt. Preise gelten für 1 Familienhäuser, bei mehr als 1 Wohneinheit bitte Angebot anfragen. Kontaktformular

 
Wie groß nun die Einsparung ist, kann nicht genau beziffert werden. Ich gehe immer konservativ vor und rechne mit einer Ersparnis von 5-8%. Es kann aber auch durchaus mehr werden. Somit kann man bei Energiekosten von z.B.  1100,00 € bis zu 90 € pro Jahr sparen. Somit amortisiert sich die Maßnahme innerhalb von 10 Jahren.

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