Sie befinden sich hier: >> Energieberatung >>

Die Berechnung von Wärmebrücken führe ich im Rahmen von Schimmelbildung und KfW Effizienzhäusern durch.

Was sind Wärmebrücken, was passiert im Bereich einer Wärmebrücke?

Wärmebrücken sind Bauteilbereiche, bei denen im Vergleich zum Regelquerschnitt ein erhöhter Wärmeabfluss aufgrund eines Materialunterschiedes oder einer Geometrieänderung stattfindet. Aufgrund des höheren Wärmeabflusses sind die Oberflächentemperaturen in diesen Bereichen niedriger als die im Regelquerschnitt. Bei ungünstigen Klimatischen Verhältnissen kann es an der Oberfläche zur Bildung erhöhter Luftfeuchte oder zur Tauwasserbildung kommen. Als Regelquerschnitt bezeichnet man den Bereich, der homogen ist. Homogen ist zum Beispiel eine gerade Wand, befindet sich in der Wand aber z.B. ein Betonpfeiler ist dieser Bereich inhomogen. Der Betonpfeiler stellt in diesem Fall, wenn er nicht gedämmt ist, eine Wärmebrücke dar. Es liegt dann in diesem Bereich eine Wärmebrücke vor, denn Beton hat eine höhere Wärmeleitfähigkeit als z.B. ein Mauerwerk aus Ziegelsteinen.
 
Als Sachverständiger für Feuchte- und Schimmelschäden habe ich regelmäßig mit Wärmebrücken zu tun. Die Berechnung von Wärmebrücken ist für mich ein wichtiges Hilfsmittel. Besonders Hilfreich ist die Berechnung, wenn die Temperaturdifferenz zwischen innen und außen kleiner 10°C ist. Dies ist in den Übergangszeiten zum Winter und zum Frühling oft der Fall. Bei einer Temperaturdifferenz von weniger als 10°C zwischen Innen und Außen sind aussagen ob eine Wärmebrücke vorliegt nicht belastbar, da der Temperaturdurchgang durch das Bauteil zeitverschoben ist. Es kann dann anhand der ermittelten Daten aus der Wärmebrückenberechnung eine Beurteilung, zumindest über das stationäre Verhalten des Bauteils erfolgen. Aber es ist zu beachten, dass die ermittelten Daten nur so belastbar sind, wie die einzelnen Schichtaufbauten ermittelt wurden. Es ist natürlich immer gut, wenn man auf Baubeschreibungen oder Pläne zurückgreifen kann. Im Zweifelsfall kann der Schichtaufbau durch eine kleine Bohrung endoskopisch ermittelt werden. Es gilt, je genauer die Bauteilschichten ermittelt werden, umso belastbarer sind die Werte.

Die Wärmebückenberechnung zur Klärung von Schimmel-/Kondensatbildung auf Oberflächen.


Zunächst möchte ich auf die Berechnung von Wärmebrücken bei gutachterlichen Fragestellungen näher und hoffentlich verständlich eingehen. Bei der Darstellung/Berechnung von Wärmebrücken im Bereich der Schimmelbildung interessieren nicht Wärmeverluste, die mit einer solchen Wärmebrücke verbunden sind, sondern die Temperaturen die sich an den Bauteiloberflächen einstellen.
 
Welche Temperaturen werden gefordert? Die an der ungünstigsten Stelle auftretende Temperatur darf nicht unter 12,6°C liegen. Dies entspricht einem frsi von 0,7. Werden diese beiden Werte erreicht, kann davon ausgegangen werden, dass es an dieser Stelle nicht zur Schimmelbildung kommt. Dieser Wert ist allerdings kritisch zu bewerten, da es auch Schimmelpilze gibt, die bei diesen Bedingungen bereits wachsen.

Ein Fehler der oft gemacht wird ist, dass diese Werte auf alle Baualtersklassen übertragen werden. Dies ist natürlich falsch.  Auch der frsi Wert von 0,7 kann nicht aus den Werten ermittelt werden, die man beim Ortstermin ermittelt, da wie oben bereits geschrieben der Temperaturdurchgang zeitverschoben ist.

Ich möchte Ihnen an einer Beispielrechnung noch zeigen wie eine Wärmebrückenberechnung aussieht.

Gegeben ist eine Mauerecke die an Außenluft grenzt. Hier fordert die aktuelle DIN 4108-2:2013-02 einen R-Wert von 1,2 m²k/W. Wenn man die Mauerecke mit den Randbedingungen der Norm berechnet ergibt sich für die ungünstigste Stelle, eben die Mauerecke innen, eine Oberflächentemperatur von eben diesem 12,6°C oder als Faktor frsi 0,7.




Sollten Sie diesen Text lesen können,
so ist Ihr Adobe Acrobat Reader nicht richtig installiert.